Der Kleine Dumme Papa und die Straße

Gedanken, Gestalten, Genießen

Der Kleine Dumme Papa und die Straße

Es war einmal vor langer Zeit, da gab es einen kleinen Jungen – und das war der Kleine Dumme Papa. Der Kleine Dumme Papa war ein Schuljunge, er war gerade alt genug, um in die Schule zu gehen. Die Grundschule war zum Glück in dem Dorf, in dem der Papa aufgewachsen ist und so konnte er jeden Tag zu Fuß zur Schule gehen.

Dazu musste er nur von dem Haus von Oma und Opa einen doch recht langen und steilen Berg hinunter laufen, zu der großen Bundesstraße, die das Dorf vom Kleinen Dummen Papa in der Mitte teilte. Das war eine richtige Schnellstraße, auf der nicht nur Autos, sondern auch Busse und Lastwagen fuhren – und zwar richtig schnell.

An dieser Bundesstraße gab es eine Unterführung, die hatte an beiden Seiten eine Treppe, die von der Unterführung zur Bundesstraße hochgegangen ist. Da durchzugehen hatte der Papa zwar gelernt, aber irgendwie fand er das ziemlich laaaaaangweilig. Da hatte der Kleine Dumme Papa eine Idee: er könnte doch den anderen Kindern einen Streich spielen.

Dafür ist der Papa unter der Bundesstraße durchgelaufen und ist dann die Treppe zur Straße hochgegangen. Erst mal hat der Kleine Dumme Papa die Autos und Laster beobachtet, die da vorbeigebraust sind, schön in Sicherheit auf dem kleinen Bürgersteig, der neben der Bundesstraße war und wo zum Beispiel die Busse angehalten haben, damit die Leute da ein- und aussteigen konnten.

Und dann hat er gewartet, bis die nächsten Schulkinder durch die Unterführung gegangen sind und ging grinsend und pfeifend die Treppe herunter. Statt eines “Guten Morgen” scherzte der Papa “Hallo! Ich bin heute mal zur Abwechslung über die Bundesstraße gegangen!”

Ob das eine gute Idee war? Die anderen Kinder riefen sofort “Aber das darfst du doch nicht! Das ist doch hundsgefährlich! Das erzählen wir der Lehrerin!!”

Und genau das haben sie dann auch gemacht. Sobald die Lehrerin vom Kleinen Dummen Papa hörte, dass er über die Bundesstraße gelaufen sei wollte sie von ihm wissen, ob das wirklich so gewesen ist. So ganz konnte oder wollte sie es wohl selbst nicht glauben…

Da hat der Kleine Dumme Papa erzählt, dass er gar nicht über die Straße gelaufen ist, sondern brav unten durch und die Treppe hoch, um seinen Kameraden einen Streich zu spielen. Und weil die das nicht kapieren wollten fand der Papa, dass die ganz schön dumm waren. Das hat er dann auch so gesagt…

Und wie du dir vielleicht denken kannst, fanden die anderen Kinder das ziemlich scheiße. Das will nämlich keiner hören, was der Kleine Dumme Papa da gesagt hat: “Ich bin schlau und ihr seid dumm!”

Wie ist das denn so, wenn man einem anderen Mensch sagt, dass er dumm ist? Dann mag der einen nicht mehr haben. Und genauso war das mit den Kindern da auch. Da war der Papa wirklich selbst ein dummer Papa… er hat es zwar geschafft, die anderen Kinder auszutricksen – aber seine Freunde sind es dadurch nicht geworden.

Und nur so um die 25 Jahre später hatte der Kleine Dumme Papa endlich kapiert, dass es viel besser ist, seinen Mitmenschen nette Dinge zu sagen und dass er sich selbst ein Bein stellt, wenn er anderen Menschen zeigt und sagt, dass diese dumm sind. Deswegen hat der Grosse Schlaue Papa inzwischen auch ein paar Freunde 🙂

 

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